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Montag, 19. Juli 2010 |
Jubel auf St. Christina: Der TC Ravensburg hat gestern Nachmittag in der 2. Tennis-Bundesliga sein erstes Match gegen Rot-Weiß Köln klar mit 6:3 gewonnen. Die beiden Spitzenspieler Martin Fischer und Bastian Knittel erfüllten die Erwartungen, die Neuzugänge Rainer Eitzinger und Tobias Clemens haben sowohl ihre Einzel als auch zusammen im Doppel gewonnen.
Von unserem Redakteur Alexander Tutschner
Den ersten Punkt für den TC Ravensburg holte Neuzugang Rainer Eitzinger, der an Nummer vier gegen den überforderten Diego Veronelli keine Mühe hatte. Zehn Spiele in Folge machte der Österreicher Eitzinger in seinem ersten Spiel für den TCR, 6:0, 4:0. Dann durfte sich Veronelli über den ersten Punkt freuen. Es blieb der einzige. Trotz gerade überstandener Viruserkrankung siegte Eitzinger am Ende mit 6:0 und 6:1.
Die anderen beiden Ravensburger in der ersten Einzelrunde mussten deutlich härter kämpfen. Youngster Jakob Sude machte an sechs ein prima Spiel gegen Jacek Szygowski, zeigte sich in den entscheidenden Phasen aber noch zu unerfahren. Beim Stand von 5:6 gab er im ersten Satz den Aufschlag ab, der Satz war futsch. Im zweiten Satz dominierte Sude seinen Gegner nach Belieben und gewann den Durchgang mit 6:0. Im Match-Tie-Break hatte Sude dann keine Chance und verlor 3:10, der 1:1-Ausgleich für Köln.
Knittel gänzt bei der Rückkehr Klasse Tennis sahen die 250 Zuschauer beim Match von Bastian Knittel gegen Adrian Garcia, die beiden Nummer-Zwei-Spieler ihrer Mannschaften. Knittel schaffte im ersten Satz ein frühes Break, immer wieder peitschte er die Vorhand flach über die Netzkannte, mit 6:4 holte sich der Team-Rückkehrer Satz eins. Bereits in den Jahren 2006 und 2007 war Knittel für den TCR am Start gewesen. Auch im zweiten Satz machte der Linkshänder weiter Druck, schaffte zwei Breaks, musste aber jeweils wieder das Rebreak hinnehmen. Am Ende dauerte es fast zwei ein viertel Stunden bis Knittel seinen Gegner mit 6:4 und 7:5 niedergerungen hatte. „Ich hätte den zweiten Satz mit 6:4 zumachen müssen, aber ich bin froh, dass ich es noch in zwei Sätzen geschafft habe“, sagte ein erleichterter Bastian Knittel nach dem Spiel. „Es ist ein schönes Gefühl, das erste Spiel für den TCR wieder gewonnen zu haben“, so Knittel, „ich möchte natürlich jedes Match gewinnen“.
In der zweiten Einzel-Runde gab es zunächst eine überraschend hohe Niederlage für Philipp Oswald, beim 3:6 und 0:6 blieb Oswald ohne Chance gegen Tobi Summerer. Die erste Niederlage für Oswald im Ravensburger Team überhaupt. Köln konnte somit zum 2:2 ausgleichen. Im Duell der beiden Spitzenspieler hatte Rot Weiß Köln dann keine Chance. Martin Fischer gewann gegen Miguel Lopez-Jaen klar in zwei Sätzen mit 6:1 und 6:3. Harte Aufschläge, druckvolles Spiel von der Grundlinie und gefühlvolle Stopps – Fischer war für seinen Gegner eine Klasse zu stark und kam nie in Gefahr.
„Ich bin als Sieger von Oberstaufen hierher gekommen und hatte viel Selbstvertrauen“, sagte Fischer, der unlängst im Allgäu sein erstes Challenger gewinnen konnte. „Ich weiß, was ich derzeit auf Sand kann“. Fischer, der in diesem Jahr den nach Düsseldorf abgewanderten Andreas Beck als Nummer eins ersetzt, erfüllte seine neue Rolle gut: „Die Verantwortung ist für mich jetzt größer, ich freue mich, dass ich die Führungsposition übernehmen konnte und hoffe, das auch in den nächsten Spielen zeigen zu können“, so Fischer weiter im Gespräch mit der SZ.
Richtig spannend machte es Tobias Clemens, ebenfalls neu beim TCR in dieser Saison. Mit 6:2 konnte Clemens den ersten Satz gegen Marco Pedrini holen, der zweite verlief wesentlich dramatischer. Immer wieder gab es lange Ballwechsel, Clemens lullte Pedrini mit langsamen Bällen von der Grundlinie ein, wartete auf die Fehler seines Gegners oder machte die Punkte dann selbst. Beim Stand von 3:3 lag Clemens 0:40 hinten bei eigenem Aufschlag, wehrte die drei Breakbälle ab und holte sich das Spiel – echte Nervenstärke. Danach breakte Clemens Pedrini, konnte den Satz aber bei 5:3 mit eigenem Aufschlag nicht zu machen. Erst beim 5:4 gab es die ersten Matchbälle gegen den aufschlagenden Pedrini, den zweiten nutzte Clemens zum 6:2 und 6:4 Sieg, die Zuschauer jubelten über den Zwischenstand von 4:2 für Ravensburg nach den Einzeln. Damit hatte Clemens einen ganz entscheidenden Baustein zum Sieg beigetragen. Einen Sieg brauchte der TCR noch aus den abschließenden drei Doppeln.
Die beiden Österreicher Fischer und Oswald zeigten gleich im ersten Doppel, dass sie eingespieltes Team sind. Lange druckvolle Bälle und bombensichere Volleys, ein altbewährtes Doppel-Rezept brachte bald die 5:0-Führung. Dann leisteten Lopez-Jean/Garcia doch noch Widerstand. Satz eins ging zwar mit 6:1 an Ravensburg, aber in Satz zwei häuften sich die Fehler bei Fischer/Oswald und man verlor am Ende 4:6.
Spannung bis zum Schluss Im Match-Tie-Break brachte auch eine 9:1-Führung zunächst keine Sicherheit, bis auf 9:6 kamen die Kölner nochmal heran, als Fischer/Oswald den Sack zumachen konnten. Das 10:6 im Match-Tie-Break brachte den fünften Punkt für Ravensburg, riesiger Jubel auf St. Christina. Und beinahe gleichzeitig brachten auch Eitzinger/Clemens ihr Doppel nach Hause: 7:5, 6:2 besiegten sie Veronelli/ Szygowski. Das letzte Doppel verloren dann Sude/Knittel gegen Summerer/Siljestrom im Match-Tie-Break mit 5:10. Endstand 6:3 für den TCR.
„Das war ein sehr guter Auftakt, wenn man die Liga halten will, muss man gegen diese Mannschaft gewinnen, das haben wir sicher geschafft“, sagte TCR-Sportwart Marcus Ailinger.
Quelle: schwaebische.de |
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